Welche Themen in BWL-Prüfungen besonders häufig vorkommen

28.09.2026 10:00

Worauf Sie sich in Ihrer Prüfungsvorbereitung konzentrieren sollten


Viele Teilnehmer stellen sich kurz vor der Prüfung dieselbe Frage:


„Welche Themen kommen besonders häufig dran?“


Eine verständliche Frage – schließlich möchte niemand Zeit mit Inhalten verbringen, die in der Prüfung kaum eine Rolle spielen.


Aus meiner langjährigen Erfahrung als BWL-Trainer lässt sich jedoch sagen: Es gibt keine Garantie dafür, welche konkrete Aufgabe in einer Prüfung gestellt wird.

Was sich allerdings beobachten lässt, ist etwas anderes: Bestimmte betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und Kompetenzen tauchen immer wieder auf – unabhängig davon, wie die Aufgaben formuliert sind.


Wer diese Themen sicher beherrscht, schafft eine solide Grundlage für eine erfolgreiche Prüfung.


1. Kostenrechnung – ein zentrales Prüfungsthema


Die Kostenrechnung gehört in nahezu jeder kaufmännischen Aufstiegsfortbildung zu den wichtigsten Prüfungsbereichen.


Dabei geht es längst nicht nur um das Anwenden von Formeln.


Gefragt wird häufig,

  • wie Kosten entstehen,
  • wie sie verteilt werden,
  • welche Auswirkungen sie auf die Kalkulation haben und
  • welche betriebswirtschaftlichen Schlussfolgerungen daraus gezogen werden können.


Typische Inhalte sind:

  • Kostenarten, Kostenstellen und Kostenträger
  • Betriebsabrechnungsbogen (BAB)
  • Zuschlagskalkulation
  • Deckungsbeitragsrechnung
  • Teilkosten- und Vollkostenrechnung


Wer diese Themen versteht, besitzt eine wichtige Grundlage für viele weitere Aufgaben.


2. Investitions- und Finanzierungsentscheidungen


Ein weiterer Schwerpunkt sind wirtschaftliche Entscheidungen.


Prüfungsaufgaben verlangen häufig, verschiedene Investitionsmöglichkeiten miteinander zu vergleichen oder Finanzierungsmöglichkeiten zu beurteilen.


Dabei stehen Fragen im Mittelpunkt wie:

  • Welche Investition ist wirtschaftlicher?
  • Welche Vor- und Nachteile haben verschiedene Finanzierungsformen?
  • Welche Kennzahlen unterstützen eine Entscheidung?


Neben der Berechnung wird häufig auch eine betriebswirtschaftliche Begründung erwartet.


3. Kennzahlen richtig interpretieren


Kennzahlen gehören ebenfalls zu den wiederkehrenden Themen in vielen Prüfungen.


Dabei reicht es selten aus, lediglich einen Wert zu berechnen.


Viel wichtiger ist die Frage:


Welche Aussage liefert die Kennzahl?


Ein gutes Beispiel ist die Eigenkapitalquote.


Ein hoher Wert kann auf eine solide Finanzierung hinweisen.


Erst durch die Interpretation entsteht jedoch ein betriebswirtschaftlicher Nutzen.


Diese Fähigkeit wird in Prüfungen regelmäßig gefordert.


4. Wirtschaftliche Zusammenhänge erkennen


Viele Aufgaben verbinden mehrere Themen miteinander.


Eine Veränderung der Gemeinkosten beeinflusst beispielsweise nicht nur den Zuschlagssatz, sondern auch die Kalkulation, den Angebotspreis und möglicherweise die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens.


Wer solche Zusammenhänge erkennt, findet auch bei komplexeren Aufgaben leichter den richtigen Lösungsweg.


5. Aufgaben richtig analysieren


Ein Thema wird in der Prüfungsvorbereitung häufig unterschätzt:


Das sorgfältige Lesen der Aufgabenstellung.


Signalwörter wie

  • berechnen
  • ermitteln
  • begründen
  • erläutern
  • beurteilen

zeigen bereits, welche Art von Antwort erwartet wird.


Viele Punktverluste entstehen nicht durch fehlendes Fachwissen, sondern weil der Arbeitsauftrag nicht vollständig erkannt wird.


Worauf erfolgreiche Teilnehmer ihren Fokus legen


Teilnehmer mit guten Prüfungsergebnissen zeichnen sich häufig durch eine gemeinsame Eigenschaft aus:


Sie konzentrieren sich nicht ausschließlich auf einzelne Themen, sondern auf deren Zusammenhänge.


Sie fragen sich beispielsweise:

  • Warum wird diese Kennzahl berechnet?
  • Welche Auswirkungen hat eine Veränderung der Kosten?
  • Welche Informationen liefert der Betriebsabrechnungsbogen?
  • Welche Entscheidung soll mit den berechneten Ergebnissen unterstützt werden?


Genau diese Denkweise hilft dabei, auch unbekannte Aufgaben sicher zu bearbeiten.


Was Sie in den letzten Wochen vor der Prüfung wiederholen sollten


Kurz vor der Prüfung lohnt es sich besonders, folgende Bereiche noch einmal gezielt zu wiederholen:

  • Grundlagen der Kostenrechnung
  • Kalkulationsverfahren und Zuschlagssätze
  • Betriebsabrechnungsbogen
  • Investitions- und Finanzierungsverfahren
  • wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahlen
  • Interpretation von Ergebnissen
  • typische Prüfungsformulierungen und Arbeitsaufträge


Konzentrieren Sie sich dabei nicht nur auf Rechenwege, sondern vor allem auf die betriebswirtschaftlichen Aussagen hinter den Ergebnissen.


Lernen Sie Zusammenhänge statt Einzelfälle


Viele Teilnehmer hoffen auf eine Liste der „wahrscheinlichsten Prüfungsthemen“.


Diese Sicherheit gibt es leider nicht.


Prüfungen sollen zeigen, ob Sie betriebswirtschaftliche Fragestellungen verstehen und Ihr Wissen flexibel anwenden können.


Deshalb ist es wesentlich sinnvoller, die grundlegenden Zusammenhänge zu beherrschen, als sich auf einzelne Aufgaben oder vermeintliche Schwerpunkte zu verlassen.


Wer verstanden hat, wie Kostenrechnung, Investition, Finanzierung und Controlling zusammenwirken, kann auch neue Aufgaben systematisch lösen.


Fazit


Die erfolgreichsten Teilnehmer sind nicht unbedingt diejenigen, die die meisten Formeln auswendig gelernt haben.


Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie betriebswirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, Aufgaben sorgfältig analysieren und ihre Lösungen nachvollziehbar begründen können.


Wenn Sie Ihre Prüfungsvorbereitung auf diese Fähigkeiten ausrichten, schaffen Sie die besten Voraussetzungen für Ihren Prüfungserfolg – unabhängig davon, wie die Aufgaben in der Prüfung formuliert sind.


Denn am Ende entscheidet nicht, ob Sie eine Aufgabe schon einmal gesehen haben, sondern ob Sie das zugrunde liegende Prinzip verstanden haben.

Kostenfreie Unterstützung zur Prüfungsvorbereitung

Kostenfreie Unterstützung zur Prüfungsvorbereitung gibt es dienstags in unseren folgenden Veranstaltungen.

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